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Scrum Day 2011

Weiterbildung ist immer wichtig, und so habe ich gestern und heute in Darmstadt in den Gebäuden der Telekom den Scrum Day 2011 mitgenommen.

Der erste Tag bot vormittags zuerst ein World Cafe zum Thema „Agile Tookit“ und dann zwei Workshop-Runden mit jeweils 4 Tracks. Ich betreibe zwar seit Anbeginn meiner Programmiererfahrung agile Entwicklung (siehe beispielsweise auch den letzten Artikel), habe aber nie einen bestimmtes System verfolgt. Das wollte ich nachholen und habe daher etwas auf Grundlagenworkshops und allgemein brauchbare Themen gesetzt.

„Scrum in 90 Minuten“ bot dafür ein ganz gutes Programm, zwei Telekom-Mitarbeiter haben den Workshop vorgestellt, der auch intern durchgeführt wurde. Im großen und ganzen nicht schlecht, fehlte eigentlich nur ein bisschen Inhalt über die Motivation. Von „Scrum Smells“ hatte ich mir mehr erhofft, hier wurden 3 Gruppen gebildet, die nahezu ohne Moderatorenhilfe dazu getrieben wurden, die Probleme in Scrum aufzuarbeiten. Die Grundidee war gut, nur gab es im Publikum relativ viele Anfänger und durch die nicht vorhandene Leitung ein bisschen Strukturlosigkeit, so dass das Ergebnis in meinen Augen nicht spannend war.

Es folgte noch eine Open Space Diskussion, das bedeutet, dass die Teilnehmer wieder die Provider von Inhalten wurden. Aus Zeitgründen habe ich nach der Themenvorstellung erst einmal meinen Tag beendet; es gab ja noch einen zweiten.

Der heutige Tag begann mit einer Keynote von Dr. Thomas Kiesling, der die Scrum-Transition bei der Telekom sehr ehrlich und realistisch beschrieb. Echt ein Highlight.

Es folgte mit Ken Schwaber einer der Scrum-Gurus, der für meinen Geschmack allerdings zu viele Gemeinplätze erwähnt, zu viel auf sein neues Buch einging und wenig erhellendes brachte – Ausnahme das geänderte Wording in der aktuellen Scrum-Ausgabe, das einige Nuancen korrigiert. Mit „how to sell Scrum“ hatte es nicht so viel zu tun.

Was hatte ich mir an Vorträgen ausgesucht? „(R)evolution durch Agile-Lean Transformation“ zeigte ganz gut, mit welcher Argumentation man Agile Entwicklung mit Hilfe von Lean Transformation promoten kann. Als Einstieg in den Tag ok.

Zusammenarbeit in IT Projekten und andere Wunder“ brachte mich etwas weg von der Technik. Warum sind viele IT Projekte so unglaublich schwierig? Weil man sich zu sehr auf die Technik und zu wenig auf die zwischenmenschlichen Probleme konzentriert. Die Erklärungsansätze waren gut, die Ideen ebenfalls. Hat mir gut gefallen, kann man als Consultant gebrauchen.

Ein ganz schwieriger Punkt bei agiler Entwicklung sind die berühmten Festpreisverträge. „Agile contracting“ versuchte gegenzusteuern, schaffte es aber leider nur bis Folie 3 mich zu begeistern. Leider endet das Ganze viel zu sehr in einem Modell, das versucht, agil so lange zu verbiegen, bis es klassisch ist. Nicht erhellend.

Hinterher folgte „How to become agile„. Ein Erfahrungsbericht über die Umsetzung von Scrum bei der Telekom, eigentlich die Fortführung der Keynote. Leider etwas hastig vorgetragen, aber grundsätzlich ein interessantes Thema. Spannend, wie ein Behörden-ähnlich strukturiertes Unternehmen wie die Telekom agile Entwicklung versucht.

Continuous delivery“ war mein Starter nach der Mittagspause (Nudeln + Gulasch btw.). Zuallererst fiel die absolut geniale Präsentation auf. Mit Prezi Desktop lieferten die beiden Vortragenden eine super Show und auch der Inhalt passte wirklich gut. Tageshighlight neben der T-Kom Keynote.

Der Abschluss für mich war „Traditionelles Projektmanagement & Scrum„. Wie Feuer und Wasser? Ja, definitiv, der Vortrag brachte auf jeden Fall nicht die Lösung.

Zusammenfassend muss ich sagen, die zwei Tage haben sich schon gelohnt, auch wenn einige Vorträge/Workshops mäßig waren. Alles bat Diskussionsstoff für die Pausen, man kam gut ins Gespräch. Die Erfahrungen der Kollegen waren wirklich erhellend und aus diesen Erfahrungen lernt man.

Was ist die große Erkenntnis? Scrum oder generell agile Entwicklungsmethoden sind sinnvoll und ausgereift; die Probleme ergeben sich derzeit eher in den starren Strukturen des Projektleads und aus dem Sales/Procurement. Solange Festpreisverträge die Regel sind, solange auf Änderungen in den Anforderungen nicht reagiert wird, kann auch die agile Entwicklung nicht ihre Stärken ausspielen. Schade eigentlich.

P.S.: Die Workshops der ersten Tages sind mangels Inhalt auf der Website nicht verlinkt.

Eine Antwort auf Scrum Day 2011

  1. tural sagt:

    „Scrum oder generell agile Entwicklungsmethoden sind sinnvoll und ausgereift; die Probleme ergeben sich derzeit eher in den starren Strukturen des Projektleads und aus dem Sales/Procurement. Solange Festpreisverträge die Regel sind, solange auf Änderungen in den Anforderungen nicht reagiert wird, kann auch die agile Entwicklung nicht ihre Stärken ausspielen. Schade eigentlich.“
    Vielen Dank für den sehr informativen Beitrag.