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Simples UI-Prototyping

Wer wie ich an einer Universität oder Fachhochschule Informatik mit Zielrichtung Softwareentwicklung studiert hat, dem ist wahrscheinlich beigebracht worden, jedes Programm von unten nach oben zu entwickeln. Man startet mit dem Datenmodell und arbeitet sich über ein Kommandozeileninterface so langsam nach oben, bis man eine Benutzeroberfläche entwickelt. Das Problem ist nur: so kann man nur schlecht mit Kunden arbeiten.

Meine Erfahrung ist, dass noch in der initialen Besprechung oft gefragt wird, wann man den nächsten Termin einplanen kann, an dem man sich „einen ersten Entwurf“ anschauen kann. Wenn ich jetzt den Termin festmache und dann nur ein abstraktes Datenmodell zeige sowie die Kernalgorithmen präsentiere, kann das kaum jemand einordnen. „Wie weit ist der? 2 Wochen sind rum und es gibt nur ein bisschen Theorie und nicht mal ein Fenster im Programm ist fertig?“.

Wie also kann ich einerseits strukturiert entwickeln (von unten nach oben) und gleichzeitig nicht zu viel Zeit in eine Oberfläche investieren, die sich sicherlich noch mehrmals ändert?

Es gibt viele Prototyping-Applikationen, mit denen man sogenannte mockups erstellen kann, beispielhaft kann man hier Balsamiq oder Axure nennen. Einen ganz anderen Ansatz verfolgt das PowerPoint Prototyping Tookit. Hier wird keine lange Einarbeitungszeit fällig (wenn ich davon ausgehe, dass viele User PowerPoint zumindest leidlich bedienen können) und oft ist die Lizenz für die Software sowieso vorhanden.

Im Prinzip handelt es sich bei dem Paket und eine normale PowerPoint-Datei, die vorgefertigte Bildschirmelemente wie Buttons, Fenster oder Scrollbalken enthält. Diese sind gesammelt vorhanden und können einfach per Copy & Paste zu vollständigen Bildschirmmasken zusammengesetzt werden.

Ich habe das bei einem aktuellen Projekt einmal ausprobiert und war positiv überrascht, wie simpel und zeitsparend sich damit Oberflächen „zusammenkopieren“ lassen. Klar, die Genauigkeit von professionellen Tools wird damit nicht erreicht, aber das will ich auch überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, ein bisschen schief ist nicht schlecht, weil der Kunde damit klar erkennt, dass es sich nicht um ein endgültiges Produkt handelt.

Die Kombination von diesem einfachen Tool mit der „wissenschaftlich korrekten“ Arbeitsweise stellt beide Seiten zufrieden und am Ende kommt ein Produkt heraus, das passt – und darauf kommt es doch an.