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Lotus Domino: Löschmarkierungen und wieder auftauchende Dokumente

Eine kleine Geschichte zweier Lotus Notes Benutzer und ihrer Daten.

Herr User erzeugt sich eine lokale Replik einer Datenbank auf seinem Notebook. Herr User ist leider Chef und damit Gelegenheitsanwender, d.h. er braucht nur einmal im halben Jahr die Datenbank für ein paar Statistiken. Ansonsten wird auch nicht repliziert, da es ja zu viel Zeit kostet.

Frau Anwender ist regelmäßiger User der Anwendung, hat ebenfalls eine lokale Replik und arbeitet täglich damit. Mindestens 1x pro Tag wird repliziert. Im Zuge einer Aufräumaktion wird eines schönen Tages die Datenbank bereinigt, etliche Duplikate werden gelöscht. Die Datenqualität ist bestens, alles ist gut.

Ende des Jahres passiert das Unglück: Herr User braucht dringend die aktuellen Statistiken, schmeißt die Replikation an („warum dauert das eigentlich immer so lange?“) und zieht eben den Report. Katastrophe, Einträge sind mehrfach vorhanden, völlig unbrauchbare Auswertung. Auch Frau Anwender trifft der Schlag, da auf einmal die ganze Aufräumaktion wieder hinfällig ist.

Was ist passiert? Notes hat eine unschöne Angewohnheit, die dazu führt, dass Löschmarkierungen entsorgt werden. In den Replikationsoptionen einer Anwendung findet sich eine scheinbar harmlose Option:

„Remove documents not modified in the last (days)“ ist zwar auf 90 Tage gestellt, aber welcher Wahnsinnige aktiviert schon diese Option? Doof nur, dass Notes dies auch verwendet, um die Ablaufzeit von Löschmarkierungen zu ermitteln, und zwar egal, ob die Option aktiviert oder deaktiviert ist. Nach einem Drittel der eingestellten Zeit werden Löschmarkierungen (deletion stubs) entsorgt. Kann man hier nachlesen. Dies bedeutet für unser Beispiel, dass +/- 30 Tage nach der Aufräumaktion von Frau Anwender die Löschmarkierungen vom Server getilgt werden. Gibt es Repliken, wie die von Herrn User, die in dieser Zeit nicht repliziert haben, dann Pech: die Markierungen sind weg, die Dokumente dafür aber wieder da! Na Gratulation, da hat sich die IBM was feines ausgedacht.

Aber Rettung naht, es gibt nun PIRC (Purge Interval Replication Control). Wenn man einen 8.5.3er Server mit einem 8.5.3er Client paart, dann hat man eine neue Option auf der Replikationsseite:

Was macht diese? Verhindern, dass alter Mist wieder in die Datenbank repliziert wird. Funktioniert es? Ja, aber es muss leider pro Server pro Replik aktiviert werden. Es gibt auch einen langen Artikel, der alle Details erklärt, und einen Blogeintrag bei der Notes-Hexe, aber die Fakten sind einfach:

Repliziert eine nicht-PIRC-Replik mit einer PIRC-Replik, landen nur die Dokumente in der Datenbank, die innerhalb des angezeigten Intervals modifiziert worden sind. Nebenwirkung: Wenn man lange nicht repliziert, werden sehr alte Änderungen der lokalen Replik möglicherweise nicht übertragen. Aber das kann man zum Glück durch einfaches neu abspeichern umgehen.

Kleiner Gag am Rande: In der Doku zu 8.5.3 findet man nichts, weil es diese nicht gibt, sondern immer noch die 8.5.1 Doku ausgeliefert wird. Profiarbeit!