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Wie erkenne ich einen guten Entwickler ?

Wenn ich bei einem Kunden ein Projekt begleite, begegnet mir oft eine Frage: Wie finde ich einen guten Softwareentwickler, eventuell einen Freiberufler, der meine Vorstellungen umsetzen kann? Viele Unternehmen haben schon negative Erfahrungen mit Kollegen aus der Softwareentwicklung gemacht, wollen auch daraus lernen, finden aber nicht den richtigen Ansatz. Oft gleitet die Diskussion sehr schnell in die Richtung „Wie soll ich denn erkennen, ob der Kollege gut programmieren kann? Ich bin doch kein Entwickler.“ oder „Meine Administratoren können zwar System X aufsetzen und warten, sind aber nicht in der Entwicklung tätig und haben überhaupt keine Chance, einen Reinfall zu entdecken“. Man konzentriert sich also vor allem auf schlechten Code.

So wird manchmal ein Entwickler nach dem anderen durchprobiert, die Kosten steigen immer weiter und am Ende ist das Ergebnis leider doch mittelmäßig, wenn überhaupt verwendbar. Teilweise hat man Glück und findet nach ein paar Versuchen einen guten Kandidaten, doch der kann leider nur für ein Projekt zur Verfügung stehen und dann geht die Suche wieder los.

Aber es gibt Wege, auch als Nicht-Techniker einen guten Entwickler zu finden. Man muss nur wissen wie.

Der wichtigste Test ist das Verhalten bei der Vorstellung des konkreten Projekts. Erklären Sie genau, wie Sie sich das Ergebnis vorstellen. Achten Sie bei dem Gespräch vor allem darauf, ob Fragen nach Sinn und Unsinn von Funktionalitäten gestellt werden. Ein guter Entwickler nimmt keine Projektanforderung als Gott-gegeben hin, sondern hinterfragt wichtige Punkte. Ein Entwickler muss den Hintergrund von dem verstehen, was er entwickeln soll. Wenn das nicht geschieht, können Sie nahezu 100% sicher sein, dass der Kandidat nicht passt.

Fragen Sie nach Vorschlägen, wie man die Anforderungen eventuell anders umsetzen könnte. Vielleicht gibt es andere Möglichkeiten, an die Sie noch nicht gedacht haben. Ein guter Entwickler wird Ihnen Alternativen aufzeigen können und auch eine knappe Bewertung abgeben, warum das eine besser oder schlechter geeignet ist, als das andere.

Die Zeitschätzung ist ebenfalls ein gutes Indiz. Nach der Vorstellung des Projekts wird der Entwickler natürlich nach Zeitaufwand und Fertigstellungstermin gefragt (wenn dieser nicht bereits durch das Projekt vorgegeben ist). Sollte hier nach dem ersten Gespräch sofort eine exakte Zahl fallen, können Sie im Regelfall aufhören. Außer bei Mini-Projekten im 4-Stunden-Bereich ist es unmöglich, aus dem Stehgreif eine exakte Schätzung zu erhalten. Eine „Hausnummer“ der Art „zwischen 4-5 Wochen“ und „ca. X €“ kann man erwarten, aber ein guter Entwickler sollte darauf hinweisen, dass man eine Zeitschätzung nicht aus dem Ärmel schüttelt und sich daher eine kurze Bedenkzeit erbeten für die Rückmeldung.

Auch ein Punkt, den viele allerdings nicht so gerne hören, ist die Frage nach den Kosten. Ein guter Entwickler ist selten auf den ersten Blick billig. Ich kenne keinen wirklich guten Entwickler, der für 20€ die Stunde arbeitet. Klar, es gibt manche, die nebenbei ein bisschen hacken und sich etwas dazuverdienen wollen, aber realistisch liegt der Stundensatz irgendwo zwischen 50€ und 150€ je nach Projekt und Anforderung. Softwareentwicklung ist ein Handwerk, das hohe kreative Anforderungen stellt und genauso ein systematisches Vorgehen bei der Durchführung erfordert. Der Zeitaufwand für die Weiterbildung ist auch nicht unbedingt gering. Spart man hier, kann man sich sicher sein, nachher bei der Wartungs- und Weiterentwicklungskosten ordentlich drauflegen zu müssen, um die gemachten Fehler auszubessern. Betrachten Sie also den Gesamtnutzen des Projektes. Wie hoch sind die Einsparungen oder die neuen Umsätze, die durch das Projekt generiert werden können im Gegensatz zu den Projektkosten?

Sollten Sie die Chance haben, doch einen Kollegen aus der Entwicklung hinzuziehen zu können, dann tun Sie das. Man kann damit den Horizont noch erweitern und folgende Themen ansprechen.

Neben der Primäranforderung, das heißt die Beherrschung der Programmiersprachen, gehören dazu aus meiner Sicht auch der sichere Umgang mit Entwicklungsumgebungen. Ja, absichtlich Plural. Klar hat jeder Entwickler seine Lieblingsumgebung inkl. -sprache, aber auskommen sollte er nach der üblichen Einarbeitungszeit mit fast allem. Sprechen Sie ihren Kandidaten auf dieses Thema an, fragen Sie nach, was seine Lieblingsumgebung ist und ob er mit der bei Ihnen verwendeten klar kommt. Hören Sie darauf, ob er bestimmte „Macken“ anspricht, ins Detail geht, oder oberflächlich bleibt. Die meisten guten Entwickler sind leidenschaftlich bei der Sache und das hört man.

Sprechen Sie den Entwicklungsprozess als solchen an. Stellen Sie Ihren Prozess und die verwendeten Tools vor. Welches Quellcodeverwaltungssystem verwenden Sie (es gibt doch eines, oder?) und wie werden Fehler gemeldet und verfolgt? Normalerweise spricht ein Entwickler, der bei Ihnen eingebunden werden soll, solche Themen von sich aus an, oder kann zumindest mit dem Themenfeld etwas anfangen.

Fazit: Auch ohne technisches Verständnis kann man die Spreu vom Weizen trennen, man muss allerdings bereit sein, auch etwas Zeit zu investieren und sollte nicht zu viel Wert auf die Einschätzung einer Personalvermittlung legen. Letztere wollen nämlich hauptsächlich eines: die Provision kassieren.

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