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Checklisten können Leben retten

Eines der letzten Bücher, das ich gelesen habe, ist „The Checklist Manifesto“ von Atul Gawande. Im Kern geht es um ein absolut einfaches Thema, bei dem man kaum vermutet, dass es a) so einen großen Einfluss haben und b) auch noch so spannend geschrieben sein kann: Checklisten.

Atul Gawande macht sich im Kern Gedanken darüber, warum trotz inzwischen reichhaltig vorhandenem Wissen und extremer Erfahrung gerade in medizinischen Berufen so viele unnötige und einfache Fehler gemacht werden. In den letzten Jahrzehnten ist das Wissen über den Körper dramatisch gestiegen, es gibt Spezialisten für alle möglichen Krankheiten und dennoch werden ganz simple Fehler immer wieder gemacht. Eines seiner Beispiele sind Infektionen, die durch intravenöse Schläuche verursacht werden können, eine der häufigsten Komplikationen in Kliniken der USA.

Einen Schlauch zu legen ist relativ trivial, ein paar einfache Dinge sind zu beachten, aber nichts, was auch nur ansatzweise die Komplexität einer Operation erreichen würde. Aber immer wieder geht etwas schief – Patienten sterben.

Um dies zu verhindern, macht sich Gawande auf die Suche nach einer Methode, und stößt auf die Checklisten der Flugzeugindustrie. Mithilfe eines Boeing-Mitarbeiters erstellt er eine Checkliste speziell für Ärzte und Schwestern, einzig mit dem Zweck, diese Infektionen zu reduzieren. Ein Test ein einer Klinik wird gestartet.

Über einen Zeitraum von 15 Monaten werden die Listen von den Schwestern eingesetzt, gegen den Widerstand der Ärzte, die sich sicher fühlen, in dem, was sie tun. Die Ergebnisse sind dramatisch: in dieser einzigen Klinik ist die Infektionsrate von 11% auf 0% gefallen, über 40 Infektionen und 8 potentielle Tode wurden verhindert.

Weitere ebenso drastische Beispiele folgen, es liest sich teilweise wirklich unglaublich. Zusätzlich kommt hinzu, dass Gawande praktisch überall auf extremen Widerstand stößt. Die meisten Menschen fühlen sich durch Checklisten eingeengt, bevormundet und wollen die Vorteile nicht sehen.

Was bleibt für mich übrig? Ich versuche inzwischen, selbst mehr auf Checklisten zu setzen. Checklisten für Programmreleases, Checklisten für Arbeiten, die am Monatsende immer wieder erledigt werden müssen usw. In 80% der Fälle hätte ich die Arbeit sicherlich auch ohne Checkliste gut erledigt, aber in den 20%, die übrig bleiben, wäre ein unnötiger Fehler passiert.

„The Checklist Manifesto“ von Atul Gawande

„Checklist Strategie“ von Atul Gawande