Softwarequalität durch Kundentests

Es gibt viele Name dafür: Bananensoftware (weil sie beim Kunden reift), TdK-Software (Test durch Kunde), Alpha-release; man kann die Liste lange fortsetzen. Im Grunde wird ein Hauptproblem der Softwareentwicklung beschrieben: mangelnde Qualitätssicherung führt zu ausgelieferten Programmen, deren Fehler erst durch den Kunden entdeckt werden, oder deren Funktionalität einfach nicht zur Problemstellung passt.

Darf der Kunde also immer nur perfekte Software erhalten?

Für im Echtbetrieb eingesetzte Software gilt die Aussage in jedem Fall. Ein System, welches wie auch immer produktiv genutzt wird, sollte fehlerfrei sein, da sind wir uns einig.

Wenn es sich allerdings um Software handelt, die sich noch im Entwicklungsprozess befindet, kann man diesen Vorsatz oft außen vor lassen. Klar sollten die offensichtlichen Fehler bereits durch den Softwareentwickler und seine Test-Kollegen beseitigt worden sein, aber wenn es um inhaltliche oder Bedienerfragen geht, muss keine Perfektion erreicht sein. Ganz im Gegenteil habe ich bereits sehr gute Erfahrungen damit gemacht, den Kunden so früh wie möglich an „seinem“ Produkt teilhaben zu lassen. Wenn man sich als Entwickler nicht monatelang in sein stilles Kämmerlein zurückzieht, sondern den Kontakt mit dem Kunden sucht, ihn oft nach seiner Meinung fragt, dann wird am Ende ein besseres Produkt entstehen. Und wenn ich diese Meinung oft haben will, dann muss ich als Entwickler den Mut haben, auch einmal ein unfertiges Produkt zu präsentieren. Wenn eine Demo nicht ganz perfekt durchläuft, auch mal etwas nicht so funktioniert, wie es sollte, und dafür beim nächsten Termin korrigiert ist, wird der Prozess der Softwareentwicklung deutlich.

Und genau dieser Prozess muss deutlich werden, es muss gezeigt werden, dass Softwareentwicklung ein Handwerk ist, bei dem Mitarbeit gefordert ist. Ohne die Integration des Kunden und seiner Mitarbeiter kann man noch so gut designen, das Endprodukt wird nicht richtig zufriedenstellen. Die beste Software habe ich entwickelt, wenn sich die Endanwender ganz früh beteiligen durften und sahen, wie ihre Tests Auswirkungen auf das fertige Produkt haben. Man nutzt hier aus, dass viele Menschen „etwas bewegen wollen“, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind. Die Motivation steigt ungemein, wenn das eigene Wort Gehör findet.

Probieren Sie es als Entwickler: bringen Sie Software früh zum Kunden. Probieren Sie es als Kunde: lassen Sie ihre Anwender früh mit neuen Systemen „spielen“. Die Softwarequalität wird steigen.

Waidner IT Solutions